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Waschen einst und heute

Wie ein Beruf in Vollzeitbeschäftigung zum Hobby wurde.

Eine lange Liste von To-Do's warten und vermiesen das Wochenende nicht selten. Denn eigentlich freuen wir uns auf die ersehnte Zeit für Hobbys, für Freunde, für das Ausspannen und auch als Paar sollen dann endlich alle Bedürfnisse Platz haben. Wer kennt den Gedanken nicht, dass vor allem der andere zu wenig zur Haushaltführung beiträgt! Mit modernen Haushaltsgeräten fallen diese Arbeiten nicht weg, aber sehen wir uns die Geschichte der Waschmaschine an.

Wie Waschmaschine vom Luxusgut zum alltäglichen Gerät wurde.

Seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts gibt es elektrische Haushaltsgeräte. Nur blieben sie vorerst für die meisten Menschen ein unerschwinglicher Luxus.

Um 1914, beim Ausbruch des Ersten Weltkrieges, geht die erste elektrische Waschmaschine in Europa in Betrieb. Durch die Erfindung des Elektromotors wurde auch an der Entwicklung des Staubsaugers gearbeitet. Schon  Ende des 19. Jahrhunderts gab es in England die ersten Staubsauger. Sie sahen eher wie Dampfmaschinen aus, machten einen Höllenlärm und die Saugleistung war gering.

Vor allem die Erfindung der vollautomatischen Waschmaschine hatte eine bedeutsame Auswirkung auf die Arbeit der Frauen. Der Waschtag war damals eine kräftezehrende Tortur. Im Buch, von der Firma Miele herausgegeben, „100 Jahre im Spiegel der Zeit“, wurde die Arbeit eindrucksvoll beschrieben:

  • Am Abend zuvor Schmutzwäsche sortieren nach Weiß-, Bunt- und Wollwäsche.
  • Brennmaterial für die Beheizung des Waschtopfs oder Waschkessels heranschaffen.
  • Wäsche sortiert (außer Wollwäsche) in Waschbottichen mit Soda einweichen und über Nacht stehen lassen.
  • Am Waschtag in aller Frühe in den Waschkessel Wasser einfüllen und im Waschkessel Holz- und Kohlenfeuer anzünden.
  • Eingeweichte Wäsche auswringen, einseifen und Flecken herausbürsten.
  • In den Waschkessel Waschpulver einfüllen und vorbehandelte, sortierte Wäsche hineingeben.
  • Kochbrühe mit Holzstab mehrmals umrühren, die Wäsche in der Lauge bewegen und niederdrücken.
  • Nach dem Kochen die Wäschestücke herausnehmen und einzeln auf dem Waschbrett rubbeln.
  • In der Waschwanne schwenken und so oft das Wasser erneuern, bis es klar bleibt und Wäschestücke zuletzt eventuell bläuen.
  • Bei einer Gelegenheit zum Bleichen die Wäsche, nach dem letzten Spülen ausgewrungen auf den Rasen legen, öfter mit Wasser besprengen und wenden.
  • Gebleichte Wäsche auswaschen, schwenken, auswringen und auf der Wäscheleine aufhängen.
  • Farbige Wäsche, die weder eingeweicht noch gekocht werden darf, in warmem Seifenwasser waschen und in klarem Wasser schwenken, ebenfalls auswringen und aufhängen.
  • Für Wollwäsche warmen Seifenschaum schlagen und diese darin ausdrücken.
  • In ein oder mehrere klare Spülwasser geben, bis es klar bleibt, aufhängen bzw. liegend trocknen.
  • Waschkessel gründlich reinigen.

Anschliessend kam noch die anstrengende Arbeit des Bügelns oder Plättens, Rollens oder Mangelns dazu. Frauen erkälteten sich leicht am Waschtag durch den Wechsel von heißem Wasserdampf und kalter Luft. Sie hatten geschwollene, zerschundene Hände. Wund vom Rubbeln am Waschbrett und ständigen Hantieren in der Waschlauge, Sehnenscheidenentzündung vom Auswringen und Rückenschmerzen durch die gebeugte Haltung.

Kein Wunder, dass in den fünfziger Jahren der sehnlichste Wunsch  von Hausfrauen und Müttern war, unter dem Weihnachtsbaum eine Waschmaschine zu finden. Erst seit den sechziger Jahren sind auch viele Frauen berufstätig.  Diese ökonomische Unabhängigkeit führte zur Verbreitung der Waschmaschine in allen Schichten. Es vollzog sich der endgültige Wandel der Hausgeräte von Luxusartikeln zu Gebrauchsgegenständen.

Früher war die gesamte Hausarbeit mehr als eine Vollzeitarbeit, eine eigene Arbeitskategorie. Dank unseren modernen Haushaltsgeräten und dem reduzierten Kraftaufwand kann sie neben Berufstätigkeit und Kindererziehung, meist nur knapp, Platz finden. Gleichzeitig scheint das eine geringere Anerkennung zur Folge zu haben und trotzdem Zeitmangel in allen wichtigen Belangen des Lebens mit sich zu bringen.

 

In diesen Fachgeschäften der Region Brugg und Umgebung finden Sie Waschmaschinen ohne Handbetrieb und andere Haushaltsgeräte:
Brugg: Kern Elektro AG
Schinznach-Dorf: Liebi + Schmid AG
Windisch: Sanigroup GmbH
Brugg: Fust AG
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