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Windisch - Klosterkirche Königsfelden

Hochstehende Glasmalereiarbeiten

Die Königsfelder Kirchenfenster
Die Habsburger haben sich mit der Stiftung von Königsfelden nicht nur ein Kloster in Erinnerung an den Mord an König Albrecht geschaffen, sondern einen Erinnerungsort, der die Bedeutung der aufstrebenden Dynastie im 14. Jahrhundert manifestiert. Die Bildprogramme und Stiftungen in Chor und Kirchenschiff hatten dabei unterschiedliche Bedeutung und sind nicht alle zur gleichen Zeit entstanden. Die zwischen 1320 und 1360 entstandenen Fenster in der Kirche Königsfelden gehören zu den herausragenden Werken der europäischen Glasmalerei im Spätmittelalter.

Der Fensterzyklus
Stifter der Chorfenster waren die Angehörigen des ermordeten Königs Albrecht I. Donatorenbilder ermöglichen die Eingrenzung der Entstehungszeit zwischen 1325 und 1330. Trotz grossen Einbussen auf der Südseite ist kein Fenster vollständig verloren, und ein Bildprogramm von seltener Geschlossenheit ist erhalten geblieben: im Chorscheitel die Passion Christi, seitlich begleitet von der Menschwerdung und der Erscheinung nach dem Tod.

Nach Westen folgen sich paarweise gegenüberstehend Vorläufer und Nachläufer Christi, Johannes der Täufer und der Apostel Paulus (kombiniert mit dem Martyrium der hl. Katharina, resp. Marientod und -verherrlichung). Das dritte Fensterpaar mit den Aposteln (Vorbilder der Franziskaner) beschliesst die Evangelienthematik. Die Heiligenlegenden der letzten beiden Fensterpaare sind über Kreuz angeordnet: Die Ordensgründer Franziskus und Klara sowie nordseitig die hl. Anna (zusammen mit Maria, Lieblingsheilige der Klarissen) und südseitig Nikolaus (Landesschutzpatron des Stifters Rudolf von Lothringen). Das Programm mit mannigfachen, teils gemeinsamen Beziehungen von Sifterfamilie und Orden ist wohl von Ordenstheologen und habsburgischen Hofgelehrten aufgestellt worden.

Eine urkundlich nicht fassbare führende Werkstatt mit stilistischen Einflüssen aus dem Gebiet Oberrhein/Strassburg und Konstanz/Bodenseeraum hat mit dem Zyklus einen Höhepunkt der europäischen Glasmalerei des 14. Jahrhunderts geschaffen, bei dem überliefertes Können sich mit modernsten Elementen verbindet: bahnenübergreifende Bildmedaillons, perspektivische Bildräumlickeit, differenzierte Farbigkeit.

Mit Ausnahme des Obergadens (farblose Rautenverglasung) weisen die Fenster im Langhaus Ornamentverglasungen und Reste figürlicher Scheiben auf, die vor allem im Masswerkbereich mit nachgeschaffenen Ornamentmotiven farblich geschlossen wurden.

Führungen:
Di. 13.01.2009: 13:00 – 16:00
Mi. 14.01.2009: 13:00 – 16:00
Do. 15.01.2009: 13:00 – 16:00
Fr. 16.01.2009: 13:00 – 16:00.

Klosterkirche Königsfelden
5210 Windisch
Tel. 056 441 88 33

Kantonsarchäologie Aargau
Tel. 056 462 48 11
archaeologie@ag.ch
www.ag.ch/klosterkk/de/pub
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