Langhaus mit Blick auf den Lettner

Marmorkenotaph und Habsburgergruft
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Königsfelden – Klarissen- und Franziskanerkloster

Klosterkirche: Schiff

Betritt man die Kirche, bemerkt man sofort die Grundstruktur, eine dreischiffige Basilika, deren einzelne Schiffe durch sieben Spitzbogenarkaden getrennt sind. Gerade im Langhaus zeigt sich uns der Geist der Bettelorden. Die Wände sind kahl, die Decke ist hölzern und flach und der Boden einfacher, unverzierter Stein. Die einzige Gliederung der Wand ist das Gesims unterhalb des Lichtgadens. Dieser Gaden erhellt den ganzen Raum und zwingt uns fast, nach oben zu blicken. Der asketische, auf das Himmelreich fixierte Lebensstil zeigt sich baulich.

In der Mitte des Langhauses steht der Marmorkenotaph aus der Zeit um 1320. Darunter lag einst das Habsburgergrab. Hier fanden Könige, Grafen, Ritter und Burgfrauen ihre letzte Ruhe. Seit 1770 liegt dieses Grab jedoch leer. Die letzten Gebeine wurden nach St. Blasien, Baden-Württemberg, und später nach Kärnten überführt.

Abgeschlossen wird das Langhaus vom Lettner. Von ihm ist nur die Rückseite original. Die Vorderseite wurde im 20. Jahrhundert rekonstruiert, sodass wir heute wieder einen authentischen Eindruck von ihm haben. Durch den Lettner hindurch fällt farbiges, geheimnisvolles Licht ins Langhaus, als ob sich uns in östlicher Richtung eine mysteriöse Erscheinung offenbarte. Vom asketischen Langhaus schauen wir durch eine für Laien einst unüberwindbare Barriere in das herrliche Reich des Himmels, symbolisiert durch den Chor. Dass der Chor etwas Spezielles sein muss, zeigt sich daran, dass es einzig am Chorbogen Malereien gibt.
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